BABV-Boxverband Bayern-Bayerischer Amateur-Box-Verband Donnerstag, der 17. Mai 2012
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Trauer um Dr. Wilhelm Funke Drucken
dr._wilhelm_funke.jpgDer Bayerische Amateur-Box-Verband trauert um Dr. Wilhelm Funke, der am 26. Januar 2012 im hohen Alter von 97 Jahren verstarb. Dr. Funke war bis zuletzt ein glühender Vertreter des Amateur-Boxsports.

Dr. Funke, der sein Medizinstudium an der Karls-Universität in Prag abschloss und als Internist tätig war, erhielt zunächst im Dritten Reich Berufsverbot. Eine Verschleppung in verschiedene Zwangslager überlebte er nur knapp.

Nach Ende des Krieges verschlug es ihn nach Erding, wo er alsbald Kontakt zum Amateurboxen beim dortigen TSV aufnahm. Bereits 1949 übernahm er den Posten des Vereinsarztes und führte den Verein zudem zwei Jahre als Vorsitzender. Seine herausragenden Kenntnisse auf dem Gebiet des Sports  veranlassten den BABV, Dr. Funke zum Verbandsarzt zu bestimmen. Diese Tätigkeit füllte er von 1958 bis 1983 aus.

1974 wurde der DABV (jetzt DBV) auf Dr. Funke aufmerksam und ernannte ihn noch im gleichen Jahr zum Vorsitzenden der Ärztekammer des Dachverbands. Bereits drei Jahre zuvor, im Jahre 1971 wurde er als Vorstandsmitglied in die internationale Ärztekammer der AIBA gewählt. In dieser Eigenschaft nahm er als leitender Ringarzt am Olympischen Boxturnier 1972 in München und an der Box-Weltmeisterschaft 1982, die ebenfalls in München ausgetragen wurde, teil.

Ab 1975 erlangte Dr. Funke höchste Anerkennung mit seiner Langzeitstudie über Akut- und Spätschäden im Amateur-Boxsport. Gefördert vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft führte er bis 1994 Untersuchungen an Boxsportlern durch.

Wie sehr Dr. Funke mit dem Sport verbunden war, zeigte er 1957, als er den BLSV-Kreis Erding gründete und sich selbst als 1. Vorsitzender zur Verfügung stellte. 20 Jahre später hob er zudem die erste Versehrten-Gruppe in einem Sportverein, der SpVgg Altenerding, aus der Taufe und eröffnete in Erding die Geschäftsstelle des Bayerischen Sportärzteverbands.

1985 beendete er aus Altergründen seine Funktionärstätigkeit, ohne allerdings `seine` Sportler aus den Augen zu verlleren.

Für seine herausragenden Verdienste um den Boxsport verlieh ihm der BABV (1983), der TSV Erding (1984) und der DBV (1985) die Ehrenmitgliedschaft. 1976 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Mit Dr. Wilhelm Funke verliert der BABV einen seiner größten Sportkameraden, der durch sein Fachwissen und seine väterliche Art stets zu überzeugen wusste. Die Lücke, die er hinterlässt, dürfte nur schwerlich zu schließen sein. Der BABV wird sich immer an diesen großartigen Sportfreund erinnern.

Die Verabschiedung findet am Mittwoch, 1. Februar 2012 um 14.00 Uhr in der Evangelischen Kirche in der Friedrichstraße in Erding statt.