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Chronik |
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Die Gründung des Deutschen Reichsverbandes für Amateurboxer im Dezember 1920 war der eigentliche Anlass, dass das Interesse an der Sportart Boxen schlagartig stieg und in Deutschland Boxabteilungen in den Vereinen integriert wurden. Kurze Zeit später, zu Beginn des Jahres 1922, trafen sich in Frankfurt am Main die Verantwortlichen aus den Gebieten Bayern, Baden, Württemberg, Hessen, Rheinhessen und der Pfalz zu einer konstituierenden Sitzung. Der Süddeutsche Amateur-Box-Verband wurde aus der Taufe gehoben. Der Freistaat Bayern war damals das größte Land im Deutschen Reich. Der Wunsch und das Verlangen, als selbständiger Landesverband anerkannt zu werden, war also durchaus fundiert und legitim. 1923 löste sich Bayern aus dem Süddeutschen Amateur-Box-Verband und am 13. Mai des gleichen Jahres wurde in der Landeshauptstadt München der Bayerische Amateur-Box-Verband gegründet.
Beim ersten Verbandstag am 19. März 1924 wurde mit Sebo Preiß der erste Präsident des BABV gewählt. Er leitete die Geschicke des Verbandes bis 1927 und wurde dabei tatkräftig von dem Sportwart Josef Laufer unterstützt. Nach dem Josef Kiermeier den Vorsitz übernommen hatte, blieb Sabo Preiß auch weiterhin als Sportwart dem Verband erhalten.
Bereits das Gründungsjahr brachte dem BABV den ersten Titel eines deutschen Meisters durch den Münchner Haymann im Schwergewicht. Die ersten Deutschen Meisterschaften auf bayerischen Boden fanden im Jahre 1927 in München statt. Von 1928 bis 1932 erlebt der BABV eine Blütezeit besonderer Art und brachte es weit über die Landesgrenzen hinaus zu einem imponierenden Ansehen. Namen wie Auböck, Schleinkofer, Kugler, Schiller und viele andere erinnern an diese glanzvolle Zeit. Viele bayerische Boxer trugen sich in die Siegerliste des Deutschen Amateur-Box-Verbandes ein. Der Fliegengewichtler Auböck holte sich den Titel von 1928 bis 1930 gleich dreimal in Folge und noch einmal 1932, Kugler sicherte sich 1929 den Titel im Weltergewicht. Schleinkofer (1931 und 1932) im Feder und Schiller (1931 und 1932) im Halbschwer hießen die Deutschen Meister in dieser bayerischen Hochzeit des Boxens. Die Erfolgsserie des Verbandes wurde 1932, als München zum zweiten Male die Deutschen Meisterschaften ausrichtete, fortgesetzt. Diesmal standen drei bayerische Boxer ganz oben auf dem Treppchen.
Aber auch auf internationaler Ebene schlugen sich die bayerischen Boxer mit Bravour. Bei den Europameisterschaften 1930 in Budapest belegten Leidmann im Halbschwergewicht den zweiten und Held im Leichtgewicht den dritten Rang. Bei den Olympischen Sommerspielen 1932 in Los Angeles errangen Ziglarski im Bantam und Schleikofer im Feder jeweils die Silbermedaille. 1935 holte sich der Augsburger Willy Färber den Titel im Fliegengewicht. Bayern avancierte in dieser Zeit mit seinen Leistungsträgern zu einer echten Box-Hochburg in Deutschland und erprobt durch Länderkämpfe mit fast sämtlichen europäischen Staffeln wurden die bayerischen Boxer zu einem echten Werbeträger für ihr Land.
Zu einem Wechsel in der Verbandsspitze kam es 1933, als sich Sebo Preiß bereit erklärte, abermals den Vorsitz zu übernehmen. Bis 1937 leitete er wiederum die Geschicke der bayerischen Boxer.
Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges stagnierte der Boxsport in Bayern und auch die Kriegsjahre waren nicht spurlos am BABV vorübergegangen. Es erforderte die ganze Energie, ein gerütteltes Maß an Umsicht und Willenkraft, um nach Kriegsende mit dem Neuaufbau des Verbandes zu beginnen. Mit Josef Königsberger an der Spitze startete der BABV mit 430 Mitgliedern und 21 Vereinen einen erfolgreichen Versuch. In einem rasanten Aufschwung konnte man 1947 bereits 77 Vereine mit 3059 Mitgliedern und 1948 125 Vereine mit 6472 Mitgliedern verzeichnen. Beim Verbandstag am 27. November 1949 besaß der BABV schon wieder die stattliche Anzahl von 198 Vereinen bei einer Mitgliederzahl von 8184. Bis 1970 nahm jedoch die Zahl der Vereine und der Mitglieder erheblich ab, wobei der Tiefstand 1960 mit nur noch 4323 Sportfreunden erreicht wurde. Erst ab Ende der siebziger Jahre konnte auf der Habenseite ein stetiger Zuwachs verbucht werden. Derzeit verfügt der BABV über 98 Vereine mit annähernd 8000 Mitgliedern.
Unter dem Zepter von Sepp Königsberger konnten die bayerischen Boxer alsbald an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen. Erster deutscher Meister der Nachkriegzeit wurde 1950 der Weidener Ehmann. Mit den Schwergewichtlern Witterstein (Kempten) 1952 und Kistner (Nürnberg) 1953 hatte Ehmann qualifizierte Nachfolger. Horst Witterstein holte sich außerdem 1955 die Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Berlin.
Unvergessen die Erfolge danach durch Pichl (Gunzenhausen), Seitz (Stockstadt), Schrödinger (Nürnberg), Rebler und Kamm (beide Neumarkt), Edis und Haan (beide Augsburg), Reithmeier (Regensburg), Böll (Weißenburg), Diem (Lindenberg), Steger (Sulzbach-Rosenberg) Yadigar und Kramer (beide Rosenheim), Meier (München/Peiting), Steinherr (München), Jarmer (Selb), Huber (Regensburg) und Thews (Landshut), um nur einige zu nennen. Hans Huber (Schergewicht) errang zudem bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio die Silbermedaille und Günther Meier 1968 die Bronzemedaille in Mexiko. Mit Meier stellte der BABV 1969 auch noch den Europameister im Halbmittelgewicht.
Als Sepp Königsberger 1953 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung stellen musste, sprang Sebo Preiß abermals in die Bresche, in dessen Amtszeit die Ausrichtung der 4. Deutschen Meisterschaften in München (1959) fiel. Mit Dr. Willi Fritz übernahm 1960 eine jüngere Generation im BABV das Ruder. Unter Dr. Fritz konnte sich der Bayerische Boxverband in Deutschland ganz an die Spitze setzen und den Georg-Dietrich-Pokal erringen. Zudem richtete Dr. Fritz mit seinem Mitarbeiterstab 1964 die 42. Deutschen Meisterschaften auf bayerischen Boden aus. 1968 gab der inzwischen verstorbene Dr. Fritz sein Amt an Teddy Anselm ab. Auf Anselm folgte 1974 Willy Ortlieb. 1983 trat Ortlieb aus Altersgründen zurück und überließ Jo Henning die schwere Aufgabe, den BABV zu führen.
Unter der Präsidentschaft von Willy Ortlieb kam es auch zum absoluten Höhepunkt in der bayerischen Verbandsgeschichte: Die Ausrichtung der II. Boxweltmeisterschaften 1982 in München. Mit einem großen Stab an Mitarbeitern aus allen bayerischen Bezirken sorgte das Präsidium des BABV für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf dieser Welt-Titelkämpfe.
Die Übernahme des Präsidentenamtes im BABV bedeutete für Jo Henning aber auch ein schweres Erbe. In seine Amtszeit fiel die Vereinigung der beiden deutschen Staaten und damit die Vereinigung der beiden deutschen Boxverbände. Das daraus entstandene sportliche Nord-Süd-Gefälle stellte eine echte Herausforderung für die bayerischen Vereine und dem BABV dar. Konsequente sportliche Förderung und gezieltes Stützpunkttraining unter Anleitung qualifizierter Übungsleiter war die notwendigste Maßnahme, um die bayerischen Athleten wieder an die deutsche Spitze heranzuführen.
Große Hoffnungen lassen vor allem die Jugend-, Kadetten- und Juniorenboxer aufkommen, die sich in den letzten Jahren mit der Erringung von Deutschen Meistertiteln a masse in fast allen Gewichts- und Altersklassen und mit überraschenden Erfolgen bei Europa- und Weltmeisterschaften ganz nahe an die führenden Landesverbände in Deutschland herangepirscht haben.
Rückblickend ist festzuhalten, dass der BABV, der 2003 sein 80jähriges Bestehen feiern konnte, offensichtlich die Durststrecke der letzten Jahre überwunden hat. Seine 103 Vereine (Stand: 1. August 2007) und deren Mitglieder stärken dem Verband den Rücken und mit der finanziellen Unterstützung durch den Förderkreis im BABV mit Präsident Walter Kreuzer an der Spitze war eine weitere Förderung vor allem im Jugend- und Juniorenbereich vorgezeichnet. 2007 legte Walter Kreuzer aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Sein Nachfolger, der Augsburger Peter Porschen, trat bereits nach wenigen Monaten zurück. An dessen Stelle wurde der Kemptener Reinhold Gruschwitz gewählt, der jetzt mit großer Umsicht den Förderkreis leitet.
Am 20. März 2005 endete die Ära Henning. Nach 22 Jahren Tätigkeit als Präsident des BABV stellte sich Henning nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. An seiner Stelle bestimmten beim 30. ordentlichen Verbandstag in Eichstätt/Wasserzell die Delegierten den Peitinger Heinz-Günter Deuster einstimmig zum Nachfolger.
(Stand: 1. August 2007)
Chronik in Fakten und Zahlen:
Gründungsvorstandschaft am 13. Mai 1923 in München
| 1. Vorsitzender: |
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G. Hammelbacher, Würzburg |
| 2. Vorsitzender: |
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Sebo Preiß, München |
| 1. Sportwart: |
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L. Pfrenger, Schweinfurt |
| 2. Sportwart: |
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H. Gigler, München |
| Schatzmeister: |
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A. Beierlein, Nürnberg |
Vereine bei der Gründung: 27
Mitglieder ca. 900
Vorsitzende bzw. Präsidenten seit der Gründung:
Mai 1923 - Oktober 1923 G. Hammelbacher, Würzburg
1923 - 1924 A. Hamberger, München
1924 - 1929 Sebo Preiß, München
1929 - 1933 Josef Kiermeier, München
1933 - 1937 Sebo Preiß, München
1946 - 1953 Sepp Königsberger, München
1953 - 1960 Sebo Preiß, München
1960 - 1968 Dr. Willi Fritz, München
1968 - 1974 Teddy Anselm, München
1974 - 1983 Willi Ortlieb, Weiden
1983 - 2005 Jo Henning, Dachau
2005 - dato Heinz-Günter Deuster, Peiting
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