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Werte Funktionäre, Trainer, Sportler/innen, Vereine im BABV,

nach ausführlicher Beratung im Sportvorstand und Präsidium wurde beschlossen, dass der Landesverband Bayern bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft  der Elite 2022

in Rostock vom 29.11.- 03.12.2022 nicht teilnimmt .

Mit freundlichen Grüßen

Franz Josef Santl
1. Landessportwart & Bezirkssportwart OBB


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Völlig überraschend ist am Montag, den 31. Oktober Günther Pauli im Alter von 72 Jahren in seinem Zimmer im Heilig-Geist-Stift in Erding verstorben. Der gebürtige Erdinger hat sich in den letzten 50 Jahren im Boxsport einen Namen gemacht, der weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinausreicht.

Günther Pauli erblickte das Licht der Welt am 3. April 1950 in Erding als fünftes von sechs Geschwistern. Von seinen drei älteren Halbgeschwistern lebt nur noch Edi Scheidhammer. Sepp Scheidhammer und Rosi Bauer (geb. Scheidhammer) sind bereits verstorben.

Zurück lässt er außerdem noch Bruder Franz Pauli und Schwester Sonja Drechsler (geb. Pauli) sowie drei erwachsene Kinder.

Bekannt war Günther Pauli den meisten Leuten als im positiven Sinne Boxverrückter.

Als Jugendlicher schloss er sich der Boxabteilung des TSV Erding an. Abteilungsleiter war damals Herbert Lihl, der den TSV Boxern von 1962 bis 1983 vorstand, Trainer war Karl Liegl.

Sepp Nawrotzki, Rudi Fischer und Sepp Birzer waren die sportlichen Aushängeschilder der Boxabteilung.

Günther Pauli hatte Talent und Ehrgeiz und fand bei den TSV-Boxern, das was er gesucht hatte. Wie viele Kämpfe er in den späteren 60er Jahren bis Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts bestritten hat, ist leider nicht belegbar, denn Paulis erster Startausweis ging leider verloren.

Nach einer längeren Wettkampfpause kehrte Günther Pauli 1979 zurück zur Boxabteilung des TSV Erding und auch recht schnell wieder in den Boxring und absolvierte bis zum Ende seiner Laufbahn 1987 – wegen Erreichens der damaligen Altersgrenze von 37 Jahren – nochmal mehr als Hundert Kämpfe.

Und Günther Pauli boxte alles was Rang und Namen hatte: Dem späteren Profi-Europameister Jose Varela bot er ebenso Paroli wie dem mehrfachen österreichischen Meister Willi Glaser und vielen anderen lokalen, nationalen und internationalen Boxgrößen aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern.

Seine Trainer- und Funktionärslaufbahn startete er bereits als er selbst noch im Boxring aktiv war: 1982 machte Günther Pauli beim legendären BABV-Trainergespann Karl Kern und Siegi Mayerle an der Sportschule in München-Grünwald seinen Trainerschein und engagierte sich in der Boxabteilung des TSV Erding kurzzeitig als stellvertretender Abteilungsleiter.

1983 wechselte Günther Pauli - nachdem er sich mit seinem Abteilungsleiter Peter Soika überworfen hatte - dann zum BC Hausham mit dem legendären Trainer und Vorstand Hans Fellner. Bis zum Ende seiner Boxer-Laufbahn war er für Hausham aktiv.

Als Trainer agierte er zwischenzeitlich auch beim Box-Club Dorfen. In Dorfen gab es von Mitte bis Ende der 1980er Jahre – wie bereits in den 1970er-Jahren einmal – einige Jahre einen eigenständigen Boxverein. Als Günther Pauli 1989 schwer erkrankte und seine Trainertätigkeit in Dorfen einstellen musste, war es mit dem jungen Verein leider schnell wieder vorbei.

Später agierte der Erdinger sowohl als aktiver Sportler wie auch als Kampfrichter beim Kickboxen. In dieser Sportart stand er noch bis 1997 mit 47 Jahren im Ring. Als Kampfrichter beim Kickboxen war Günther Pauli bei zahlreichen internationalen Turnieren im Einsatz.

Um die Jahrtausendwende kehrte Günther Pauli als Trainer zum TSV Erding zurück und stieg bald auch wieder als Funktionär in die Abteilungsleitung ein. Zunächst als stellvertretender Abteilungsleiter, von 2007 bis Ende 2011 stand Pauli dann der Erdinger TSV-Boxabteilung vor. Anfang 2012 wechselte er dann - diesmal im Streit mit TSV-Präsident Günter Weidenhammer - als Trainer und Technischer Leiter zum SC Bavaria Landshut. Den Posten als Cheftrainer übergab er 2019 an Alex Malsam. Als Technischer Leiter in Landshut fungierte Günther noch ein zusätzliches Jahr.

Für den Bayerischen Amateur-Box-Verband (BABV) war Günther Pauli seit 1993 als engagierter Kampfrichter aktiv und fast genauso lange vertrat er den Bezirk Oberbayern als Delegierter bei den BABV-Verbandstagen.

Viele Jahre war Pauli dabei als Operator mit dem Box-Pointer für den BABV unterwegs. Von Ende der 1990er Jahre bis 2015 wurde beim Olympischen Boxen bei allen Meisterschaften mit dem Box-Pointer (Computer-Wertung) gepunktet. In dieser Zeit war Günther Pauli bei zahlreichen Meisterschaften – angefangen von den verschidenen Bezirksmeisterschaften über die Bayerischen Meisterschaften der Jugendlichen und der Elite bis zu einigen Deutschen Meisterschaften, sofern diese in Bayern stattfanden – vor allem in Südbayern – mit dem Box-Pointer unterwegs.

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                                                 War über 50 Jahre mit dem Boxsport verbunden: Günther Pauli - Foto: Kern


Für seine Verdienste um den Olympischen Boxsport wurde der Erdinger mehrfach ausgezeichnet: 2011 mit der BABV-Ehrennadel in Silber, beim BABV-Bezirkstag von Oberbayern 2020 erhielt Günther Pauli die BABV-Ehrennadel in Gold vom damaligen BABV-Präsidenten Heinz-Günter Deuster überreicht.

Außerdem erhielt er die DBV-Kampfrichternadel in Gold für mehr als 300 Einsätze als Kampfrichter.


gez. Leonhard Kern

BABV-Bezirksjugendwart Oberbayern


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